Die Yalda-Nacht

Die Yalda-Nacht (persisch Shab-e Yalda) ist eines der großen persischen Feste des iranischen Kulturkreises. Dei Yalda-Nacht ist die längste Nacht des Jahres, die Wintersonnenwende, welche der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember entspricht.

Dieses traditionelle Fest, das schondie Zoroastrier gefeiert haben, symbolisiert den Sieg des Lichts über dieFinsternis, da die Tage danach wieder länger werden.

In der längsten Nacht des Jahres treffen sich traditionell alle Familienmitglieder und Freunde, um das Fest gemeinsam zu erleben, um gemeinsam zu feiern und sich über die nun länger werdenden Tage zu freuen. Die Gestaltung der Feier ist durch die Vielfältigkeit des Vielvölkerstaates Iran sehr von regionalen Bräuchen abhängig.

Meist werden verschiedene Speisen gereicht, wie etwa Trockenfrüchte, Nüsse, Obst oder Backobst. Diese werden an einer festlich geschmückten Tafel angerichtet. Von zentraler Bedeutung sind dabei bestimmte Obstsorten wie Honig- und Wassermelonen, Trauben und Granatäpfel.
Diese Obstsorten reifen im Iran gewöhnlich in den Monaten Mai, Juni, Juli und August und werden auf behutsame Art und Weise für die Yalda-Nacht konserviert und aufbewahrt.

Vor allem in ländlichen Gegenden ist es auch immer noch üblich, dass in der Yalda-Nacht lodernde Feuer entzündet werden. Das Feuer steht in diesem Kontext wiederum metaphorisch für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit.

Während einzelne Festelemente in verschiedenen Regionen des Irans variieren, gehört die Lesung und Schicksalsdeutung aus der Gedichtsammlung (persisch Diwan) des berühmten persischen Dichters Hafiz zu den unverzichtbaren Pflichten, die nicht vergessen werden dürfen.

Gedichtsammlungen des Hafis

Ein wesentlicher Festbestandteil der Yalda-Nacht ist die Lesung aus dem Diwan des Hafiz. Diese Sammlung beinhaltet etwa 500 lyrische sowie sprachlich schlichte Gedichte des 14. Jahrhunderts, die meist in Ghaselen geschrieben sind. Seit dem frühen 19. Jahrhundert wird diese Form auch als Reimschema in der deutschsprachigen Literatur angewendet. Kennzeichnend für eine Ghasele ist die Folge von zweizeiligen Strophen, deren zweiter Vers den in der ersten Strophe angewandten Reim besitzt.

Hafiz verknüpfte diese Literaturform mit zusätzlichen panegyrischen Elementen. Jede seiner Ghaselen widmet sich einer bestimmten Thematik und setzt sich aus bis zu 15 Reimpaaren mit je zwei Halbversen zusammen. Auffallend ist auch der Bilderreichtum im Diwan, welcher das Ineinandergreifen von Alltag und Ewigkeit versinnbildlicht.

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